Vivian Gap
Ich schreibe keine Geschichten über Verbrechen - ich schreibe über Menschen, die sich darin verlieren.
In meinen Kriminalromanen, angesiedelt im London der zwanziger Jahre, suche ich nicht nach dem Täter, sondern nach dem Warum.
Mein Ansatz ist systematisch und logisch, getragen von einem tiefen psychiologischen Verständnis. Jede Figur entsteht aus einem Gedanken, einer Motivation, einer inneren Bruchlinie. Ich betrachte meine Charaktere wie ein Arzt seine Patienten, wie ein Forscher ein seltenes Phänomen - mit Distanz, aber auch mit Empathie.
Die medizinisch-naturwissenschaftlichen Aspekte sind für mich kein Dekor, sondern Grundlage des Erzählens: Sie geben Struktur und Ordnung - einen Rahmen, in dem sich das Chaos der menschlichen Natur offenbart.
Im Stil des Film Noir suche ich die Blance zwischen Licht und Schatten, zwischen Rationalität und Verhängnis.
Mein Schreiben folgt dem Prinzip der präzisen Beobachtung: Nichts geschieht zufällig, kein Satz bleibt ohne Bedeutung. Was entsteht ist ein klassischer Kriminalfall.
Es ist eine anatomische Studie des Verbrechens, seziert mit kühler Vernunft und geschrieben mit der Schwärze des Londoner Nebels.
Vivian Gap

